Mittwoch, 7. Oktober 2009

Tallinn & Nuuksio & Eduskunta

Nun endlich melde ich mich mal wieder mit Neuigkeiten aus dem inzwischen kühl gewordenen und vom Regen heimgesuchten Helsinki.

Die Tagesreise in die estnische  Hauptstadt Tallinn war in jedem Fall.... ich sage mal abwechslungsreich. Am frühen Freitag morgen (7:45 Uhr) haben wir es gerade noch rechtzeitig zu unserer Fähre geschafft. Auf der Fähre bot sich uns dann ein Bild, mit dem wir nicht ganz gerechnet hatten: viele ältere Menschen, höchstwahrscheinlich Rentner, die sich im Bistro um 8 Uhr erstmal die unglaubliche Kombination von Sekt und Dosenbier bestellen. Wir als ausschließlich kulturell-interessierte Reisende haben uns davon natürlich strikt distanziert. Neben einer Platzwunde (nein, wie gesagt, es war kein Alkhohl im Spiel!) die sich einer der Spanier bei einem Sprung gegen die Decke (vor lauter Freude über seine erste Fährfahrt) zugezogen hat und von uns primär chirurgisch versorgt wurde, gab es auf der dreistündigen Fahrt über die ruhige See wenig aufregendes.



Die Stadt Tallinn wird von 400.000 Menschen bewohnt, davon sind allerdings nur ca. 60% Esten. Da die Bevölkerung in ganz Estland nur 1,3 Millionen zählt kann man schlussfolgern, dass fast ein drittel davon in Tallinn leben.
Das Stadtbild ist zweiseitig geprägt - zum einen durch die eindrucksvolle gut erhaltene Altstadt, für die sich die Ostseeüberquerung in jedem Fall lohnt , zum anderen das neue Stadtzentrum, das ganz und gar nichts besonderes vorzuzeigen hat (zumindest haben wir nichts gefunden).


Von Tallinn

Nach fünfstündigem Aufenthalt mit günstigem Essen (insgesamt 8€ für: Oliven + Käse, Knoblauch-Baguette und estnischem Pfannkuchen mit geräuchertem Hühnchen und Feta) in der verstecken Bar "Kompressor" (Danke an das Team von Lonely Planet)...



... sind wir dann natürlich schlussendlich auf die Suche nach günstigem Alkohol gegangen und nach mehreren Entäuschungen in der Innenstadt im Nahe zum Hafen gelegenen "Superalko" fündig geworden.




Die Rückfahrt war dann ungefähr doppelt so langweilig wie die Hinfahrt. Das beste war da noch der Sonnenuntergang auf offener See:


Von Tallinn

Am Sonntag waren wir dann mit ein paar Leuten im Nationalpark Nuuksio, etwa anderthalb Stunden von Helsinki entfernt (mit Zug & Bus). Das Wetter hat hervorragend mitgespielt und neben einem wunderschönen Piknik mit Grillwürstchen und gebratenen Schokoladenbananen konnten wir die eindrückliche Natur, geprägt von Wald, Stein und Wasser genießen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich nur mal kurz anmerken, dass laut Wikipedia in Finnland von ca. 180.000 Sehen ausgegangen wird, 120.000 davon sind mindestens ein Hektar groß....



Zum Abschluss sind wir dann auf die Suche nach Trompetenpfifferlingen gegangen und haben auch reichlich gefunden. Nach einem Anruf bei unserer Dozentin in Innerer Medizin mit der bitte uns schon mal auf die Lebertransplantationsliste zu setzen, konnten wir diese dann auch zu einem leckeren Abendessen verarbeiten.... und wir haben alle überlebt!


Letzten Mittwoch konnten wir Dank unserer Tutorin relativ kurzfristig das Finnische Parlament (fin. "Eduskunta") besuchen (ihre Mutter ist Parlamentarierin) und neben einer kurzen Führung durch das Parlamentsgebäude, auch den Anfang einer Sitzung miterleben. In finnisch gehalten, hatte diese natürlich für uns nur einen symbolischen Charakter. Die Spanier wunderten sich, dass die Politiker so ruhig bleiben und nicht laut in die Reden der anderen reinschreien.
Inhaltlich ging es - so konnten wir später erfahren - um ein doch durchaus brisantes Thema: der Premierminister musste sich wegen Korruptionsvorwürfen verteidigen.





1 Kommentar:

  1. wer kann mir sagen wie viel Geld Marius bisher für Essen auswärts bezaht hat? Der erste kriegt ein Bier in unserer WG ;)

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