Sonntag, 25. Oktober 2009

Hanni & Danni

Ja, die beiden sind hier gewesen. Neben tollen Gastgeschenken und Küssen von Manka (Danke noch mal an den Liebesboten Daniel :) , gab es für uns drei ein abwechslungsreiches Wochenende.

Alles hat damit begonnen, dass ich diese zwei treuen Freunde morgens um halb 3 vom Bahnhof abgeholt habe. Man sollte nämlich wissen, dass Hannes und Daniel es vorziehen Nachts zu reisen (zumindest ist das meine schwere Vermutung).
Nach einigen Stunden Schlaf ging es dann zur ersten Tour auf das berühmt-berüchtigte "Squirrel-Island" aka Seurasarri.




Anschließend haben wir wohl den besten Geheimtipp zum Kaffeetrinken in ganz Helsinki entdeckt: Café Regatta - ein kleines rotes Holzhäuschen direkt am Wasser. Die Tür öffnet sich von selbst: die hübsche junge Finnin hinter der Theke zieht nämlich an einem Seil, dass an der Tür befestigt ist: Tervetuola!

Drinnen ist es unglaublich urig, alles voll mit Fotos, Gemälden, altem Küchenquipment und sonstigem Firlefanz... anstatt einer Türklinke ist eine Axt in das Holz geschlagen. Es ist kaum genug Platz für mehr als 15 Gäste, aber es gibt frischen Kaffee und dazu frisches selbstgemachtes Zimtgebäck und Kuchen. Wirklich hervorragend!!

Am Abend dann Jazzbar, allerdings nicht zu lange, denn am Freitag hatte ich ja die Abdominal Problems Klausur. Vier Stunden, auf englisch und kein Multiplechoice!!! Ausnahmesituation! Aber schlussendlich konnte ich zu allen Fragen meinen Senf geben und jetzt heißt es erstmal drei Wochen auf die Ergebnisse warten.
Das Ende des ersten Uni-Blocks wurde am Abend dann mit ner ordentlichen Saunarunde und ein paar Bier gefeiert. Später haben wir dem MollyMalones (Irish Pub) noch einen kleinen Besuch abgestattet.

Wie versprochen habe ich am Samstag bei dem Ausflug nach Suomenlinna für ein "Daniel auf der Kanone" Foto gesorgt. Hier ist es:




Über den Abend will ich dann mal hier keine Worte verlieren, aber da es Daniel und Hannes dann ja gut zurück zum Flieger, natürlich früh morgens um 5, geschafft haben und wie ich aus sicheren Quellen erfahren habe auch gut nach Hause gekommen sind, kann es ja nicht so schlimm gewesen sein.

Ich habe den heutigen Tag dann mal ganz ruhig angehen lassen und heute Nachmittag dem Café Regatta einen weiteren Besuch abgestattet. Jetzt gleich gehts mal früh ins Bett, damit ich morgen meine freie Woche gut und ausgeschlafen starten kann.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Kartoffelpuffer, Reispuffer.... Pufferwochen

Bereits am vergangen Wochenende haben wir Medizin-Erasmusler ein Euro-Dinner gemacht. Dabei hat jeder etwas landestypisches gekocht und mitgebracht. Ich selbst habe mich an Kartoffelpuffern mit Apfelmuß versucht und muss mir dafür, neben dem internationalen Lob, auch selbst auf die Schulter klopfen. Insgesamt war es eine sehr schöne Fressorgie - nur der selbstgebrannte ungarische Spezialschnapps mit 50 Umdrehungen hat mich um ein paar Stunden mit Kopfschmerzen am folgenden Sonntag bereichert.

Diese Katerstimmung habe ich dann genutzt um einen schönen Herbstspaziergang zu unternehmen, durch das immer mehr gelb-rötlich werdende Helsinki. Die Temperaturen halten sich derzeit auf Grund von seit Tagen bedecktem Himmel um die 6 Grad.

Von Herbstspaziergang

Die Erinnerung an die tollen Kartoffelpuffer hat mich dann am gleichen Wochenende noch auf ein weiteres Experiment gebracht: Reis-Karotten-Puffer..... vielleicht sogar noch ein kleines bisschen besser. Als nächstes werde ich dann mal Pasta-Puffer probieren.

Der Rest der Woche war geprägt von langen Bibliotheksaufenthalten zur Vorbereitung auf die Klausur am Freitag. Johannes und Daniel kommen ja heute Nacht hier an, so dass mir wohl keine weitere Zeit zur Vorbereitung bleibt. Aber ich denke, das wird schon alles klappen....

In der nächsten Ausgabe dann mit Sicherheit: Hannes und die Eichhörnchen.... eine lange Freundschaft beginnt UND Daniels Kanonenritt - ein Ausflug von historischer Bedeutung!

Montag, 12. Oktober 2009

Erster Schnee....

.... fiel gerade während der letzten Unterrichtsstunde in der Klinik. Als ich rauskam war es allerdings nur noch Regen...

Sonntag, 11. Oktober 2009

Erasmus Party, Nuuksio die Zweite, Korvapuusti und ein lausiger Sonntag

Am Freitag Abend war Erasmus Party. Nach ein paar Predrinks mit den üblichen Verdächtigen (mit Ausnahme von David, Spanien, und Pierre, Frankreich, die ein Oktoberfest vorgezogen haben) haben wir uns zu dem wöchentlichen internationalen Event bewegt, diesmal in einer Untergrund-Party-Location gleich im Nebenhaus meines Wohnheims.

Der Samstag hat dann irgendwie erst Nachmittags angefangen, es blieb aber noch genug Zeit um eine weitere Tour mit Katri, David und Pierre in den Nationalpark zu machen, um eine größere Wanderung zu unternehmen. Natürlich haben wir die letzte Gelegenheit vor dem bereits angekündigten Frost genutzt, um die, dank des regnerischen Wetters der vergangenen Tage, reichlich vorhanden Trompetenpfifferlinge zu sammeln. Futter fürs Abendessen war damit dann auch gleich vorhanden, dazu vorzügliche, von Pierre selbstgemachte "Korvapuusti" (auch bekannt als Kanelbullar, zu deutsch: Zimtschnecke).



Heute wieder wunderschönes Wetter, strahlender Himmel bei kalter frischer Luft. Sehr erfreulich war die Videokonferenz direkt auf den Frühstückstisch in meine Friedrichsstraßen-WG. Ich hoffe nur, dass es schon bald Möglichkeiten gibt, die Pfannkuchen, die ich dort nur anschmachten durfte, auch zu teleportieren.

Insgesamt habe ich heute viel zu viel Zeit (lernend.... und so) in der Bude verbracht - vor der Sonntagsdepression hat mich dann aber ein später Spaziergang mit den Jungs zum Strand gerettet.
Kommende Woche gibt es in der Klinik ein recht taffes Programm zu absolvieren, nächste Woche Freitag ist dann Klausur über den Kursinhalt von Abdominal Problems, der dann zugleich abgeschlossen sein wird.
In der gleichen Woche kommen dann auch Hannes & Daniel, meine treuen Freunde, die ich schon mit Freude erwarte.

Euch allen wünsche ich einen guten Start in die Woche!

Freitag, 9. Oktober 2009

Surprise, surprise ...


Donnerstag, 8. Oktober 2009

Suukko



Zitat Wikipedia ("Negerkuss"):
Da die Ausdrücke Neger und Mohr wegen ihrer heute rassistischen Konnotation oft vermieden werden, werden als offizielle Produktnamen großenteils Bezeichnungen wie Schokoladenkuss, Schokokuss, Schaumzapfen, Schaumkuss, Süßpropfen, Naschkuss oder firmennamenbezogene Neologismen wie Dickmann, Köhler oder Mayer-Junior verwendet.
Das scheint hier in Finnland noch nicht ganz so angekommen zu sein.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Manka




Kaum angekommen, ist sie nun auch schon wieder weg.... eben habe ich Manka zurück zum Bahnhof gebracht. Hier ein kleiner Rückblick auf unsere gemeinsamen Tage in Helsinki.

Vergangenen Freitag haben wir eine Tagestour auf die von mir bereits vormals besuchte Insel Seurasaari unternommen. Der Himmel war zwar strahlend blau, der Wind und die Temperaturen um 8 Grad haben uns aber schon den ersten Gruß des Winters spüren lassen.
Ziemlich abgefahren sind allerdings die Eichhörnchen auf dieser Insel.... ich denke die folgenden Bilder sprechen für sich (oder für die Zutraulichkeit dieser tollwütig auf einen zurasenden Genossen):


Von Manka


Von Manka

Samstag Abend sind wir dann mit Fahrrädern zu einer Skiparty nach Otaniemi gefahren. Das ganze Event wird von der studentischen Skivereinigung abgehalten und diese verrückten Typen haben doch tatsächlich irgendwoher Tonnenweise Schnee angekarrt und ne kleine Snowboard-Piste (15 Meter) gebaut. Diese wurde dann aber doch nicht so rege genutzt wie die örtliche Sauna und die beiden großen Plastikpools mit heißem Wasser. So ergab sich ein Bild von vielen in kompletter Skimontur eingekleideten und mit Skibrillen versehenen Studenten im Kontrast zu etwa der gleichen Anzahl - vornehmlich männlich - Nackten betrunkenen Leuten die zwischen Sauna, Pool und See hin- und hergepilgert sind. Der finnische Winter hat begonnen!



Die bereits bekannte Smoke Sauna konnte ich Manka natürlich vorenthalten. Also sind wir am Montag Abend nach Kursijärvi aufgebrochen und haben uns braten lassen. Der See hat seit dem letzten Mal bereits 5 Grad an Temperatur verloren, das Thermometer sprach von 8° Wassertemperatur. Diesmal war es deutlich schwieriger länger im Wasser zu bleiben, nach 20 Sekunden fängt alles an Weh zu tun.... aber was solls, ich warte aufs Eisbaden!!

Für Hannes: leckeres Essen für Manka und mich im "No. 9" für 2x9.90€:



Gestern haben wir der Insel Suomenlinna (schwed. "SVEAborg") einen Besuch abgestattet und eine ausgiebige Wanderung gemacht. Neben reichlich alten Burganlagen und Kanonen, Sonne, Wind und frischer Luft hat es uns die Dreistigkeit der Spatzen angetan - die uns in bekannter eichhörnchenmanier nahezu überfallen haben.



Heute Abschiedsessen mit hervorragendes Spaghetti Caprese.... Küsse, bis bald!

Tallinn & Nuuksio & Eduskunta

Nun endlich melde ich mich mal wieder mit Neuigkeiten aus dem inzwischen kühl gewordenen und vom Regen heimgesuchten Helsinki.

Die Tagesreise in die estnische  Hauptstadt Tallinn war in jedem Fall.... ich sage mal abwechslungsreich. Am frühen Freitag morgen (7:45 Uhr) haben wir es gerade noch rechtzeitig zu unserer Fähre geschafft. Auf der Fähre bot sich uns dann ein Bild, mit dem wir nicht ganz gerechnet hatten: viele ältere Menschen, höchstwahrscheinlich Rentner, die sich im Bistro um 8 Uhr erstmal die unglaubliche Kombination von Sekt und Dosenbier bestellen. Wir als ausschließlich kulturell-interessierte Reisende haben uns davon natürlich strikt distanziert. Neben einer Platzwunde (nein, wie gesagt, es war kein Alkhohl im Spiel!) die sich einer der Spanier bei einem Sprung gegen die Decke (vor lauter Freude über seine erste Fährfahrt) zugezogen hat und von uns primär chirurgisch versorgt wurde, gab es auf der dreistündigen Fahrt über die ruhige See wenig aufregendes.



Die Stadt Tallinn wird von 400.000 Menschen bewohnt, davon sind allerdings nur ca. 60% Esten. Da die Bevölkerung in ganz Estland nur 1,3 Millionen zählt kann man schlussfolgern, dass fast ein drittel davon in Tallinn leben.
Das Stadtbild ist zweiseitig geprägt - zum einen durch die eindrucksvolle gut erhaltene Altstadt, für die sich die Ostseeüberquerung in jedem Fall lohnt , zum anderen das neue Stadtzentrum, das ganz und gar nichts besonderes vorzuzeigen hat (zumindest haben wir nichts gefunden).


Von Tallinn

Nach fünfstündigem Aufenthalt mit günstigem Essen (insgesamt 8€ für: Oliven + Käse, Knoblauch-Baguette und estnischem Pfannkuchen mit geräuchertem Hühnchen und Feta) in der verstecken Bar "Kompressor" (Danke an das Team von Lonely Planet)...



... sind wir dann natürlich schlussendlich auf die Suche nach günstigem Alkohol gegangen und nach mehreren Entäuschungen in der Innenstadt im Nahe zum Hafen gelegenen "Superalko" fündig geworden.




Die Rückfahrt war dann ungefähr doppelt so langweilig wie die Hinfahrt. Das beste war da noch der Sonnenuntergang auf offener See:


Von Tallinn

Am Sonntag waren wir dann mit ein paar Leuten im Nationalpark Nuuksio, etwa anderthalb Stunden von Helsinki entfernt (mit Zug & Bus). Das Wetter hat hervorragend mitgespielt und neben einem wunderschönen Piknik mit Grillwürstchen und gebratenen Schokoladenbananen konnten wir die eindrückliche Natur, geprägt von Wald, Stein und Wasser genießen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich nur mal kurz anmerken, dass laut Wikipedia in Finnland von ca. 180.000 Sehen ausgegangen wird, 120.000 davon sind mindestens ein Hektar groß....



Zum Abschluss sind wir dann auf die Suche nach Trompetenpfifferlingen gegangen und haben auch reichlich gefunden. Nach einem Anruf bei unserer Dozentin in Innerer Medizin mit der bitte uns schon mal auf die Lebertransplantationsliste zu setzen, konnten wir diese dann auch zu einem leckeren Abendessen verarbeiten.... und wir haben alle überlebt!


Letzten Mittwoch konnten wir Dank unserer Tutorin relativ kurzfristig das Finnische Parlament (fin. "Eduskunta") besuchen (ihre Mutter ist Parlamentarierin) und neben einer kurzen Führung durch das Parlamentsgebäude, auch den Anfang einer Sitzung miterleben. In finnisch gehalten, hatte diese natürlich für uns nur einen symbolischen Charakter. Die Spanier wunderten sich, dass die Politiker so ruhig bleiben und nicht laut in die Reden der anderen reinschreien.
Inhaltlich ging es - so konnten wir später erfahren - um ein doch durchaus brisantes Thema: der Premierminister musste sich wegen Korruptionsvorwürfen verteidigen.