Montag, 23. November 2009

Wernswig, Manka, Ruka

Achja, ich weis ja auch immer nicht wie das passieren kann, aber ehe man sich versieht sind schon wieder drei Wochen ohne einen Blogeintrag vergangen.... so gesehen gibt es ja etwas Nachholbedarf.

Mein kleiner Wochenendausflug nach Wernswig (Deutschland :) , hat sich auf jeden Fall gelohnt. Nicht nur die ganze Gießener Bagage nebst neuen Fachschaftsmitgliedern zu treffen und kennen zu lernen, sondern auch die Feststellung, dass das Leben auch zu Hause weiter geht, wenn man mal ein bisschen unterwegs ist.
Zwar war meine Zeit mit Manka zeitlich recht begrenzt, aber die ist glücklicherweise ja schon am folgenden Donnerstag zum zweiten Mal nach Helsinki gekommen, so dass kein großer Abschiedsschmerz entstand (dafür dann am wiederum darauf folgenden Montag).

Jedoch haben wir bei Mankas zweitem Besuch hier hervorragendes Programm gehabt: Carmen in der Staatsoper, Essen im wohl nobelsten Restaurant in Helsinki (ungelogen!), Geburtstagsparty von David, den ein oder anderen schönen Spaziergang, sowie eine Stadtführung für unsere gemeinsamen Gäste aus Stockholm.... sehr sehr schönes Wochenende!

Nach dem Manka wieder abgereist ist, hatte ich zum Glück ein schönes Event in Aussicht: Ruka - Skifahren in Lappland (auf Karte anzeigen). Los ging es am vergangenen Donnerstag Abend. Organisiert von der studentischen Skigemeinschaft "Skipolis" sind insgesamt 3 Busse auf die 11-stündige Tour, 860km in den Norden aufgebrochen. Mit dabei die routinierten Erasmusler: David, Pierre, Use, Elise und meine Wenigkeit.
Auf der Busfahrt haben die Finnischen Kollegen mal wieder unglaubliches geleistet: alle haben sie gesoffen. Einfach krass. Also, .... nein, das kann man nicht in Worte fassen. (So ging es für die übrigens auch fast das ganze Wochenende weiter, ich bin mir nicht so sicher, ob die wirklich auf ihren Skiern gestanden haben).
Wir aber sind nach einer anstregenden Busfahrt gut in Ruka angekommen und haben dort ein wunderschönes komplett und sehr gut ausgestattetes Appartment direkt im Lift-Dorf vorgefunden (das wir darin eine eigene Sauna hatten, ist natürlich selbstverständlich).
Die Skibedingungen waren ok, nicht das beste, aber man erwartet jetzt auch nicht zu viel Mitte November. So konnten wir uns mit ca. 30 cm Naturschnee + Kunstschnee ganz gut arrangieren. Das Skigebiet selbst war jetzt auch nicht gerade der Renner in Sachen Pistenlänge (max 1,3 Kilometer), aber wir haben sehr sehr viel Spaß gehabt, und erstaunlich leere Pisten vorgefunden.


Von Ruka





Von Ruka






Von Ruka






Von Ruka
Auf der Fahrt zurück, war es im Bus zum Glück ruhiger, allerdings hat der Busfahrer diese Ruhe zum Anlass genommen auf der Autobahn 20 Minuten vor Helsinki ein Schild zu überfahren, was und eine kaputte Frontscheibe beschert hat. Ihn hat das aber weniger gekümmert, er ist einfach weiter gefahren.

Heute Morgen bin ich dann direkt zur Uni und habe mich bis Nachmittags durch die Kurse geschlagen, bis ich dann müde und erschöpft zu Hause in einen kurzen Mittagsschlaf gefallen bin.

Jetzt gibts zur Belohnung ne Pizza. Mjam mjam.


Von Ruka

Dienstag, 3. November 2009

Stockholm

Am Dienstag sind wir alle zusammen mit ca. 130 weiteren finnischen Medizinstudenten auf eine dreitägige Reise nach Stockholm aufgebrochen. Der Betonung liegt hier aber eindeutig auf Reise, da wir letztendlich nur knapp sieben Stunden in Stockholm verbracht haben und den Rest der Zeit auf der MS Marina der Vikinglines.
In der allerletzten Minute vor Abfahrt konnten wir durch einen Endspurt zum Terminal das Schiff erreichen. Entgegen unserer Erwartungen befand sich das Terminal nämlich eine ganze Ecke weiter vom Haupthafen entfernt.
Nüchtern betrachtet, ist der 13-stündige Aufenthalt auf der MS Marina eine reine Tortur: Neben unzähligen Glücksspielautomaten und dem gut frequentierten Tax-Free-Shop (immerhin gab es Becks Export), wird einem live Schlagermusik auf einer Bühne und miserable Karaoke in der "Disco" geboten. Umrahmt von kleinen Bars und ein oder zwei Restaurants. Wenn man sich dann aber, wie die Finnen, ein bisschen gehen lässt, findet man sich ein paar Stunden später zwischen dieser Karaoke-Disco und in irgendwelchen Spontanpartys in einer der zahlreichen Kabinen unter Deck wieder und hat eine ganze Menge Spaß.


Von Stockholm



Von Stockholm
Von Stockholm selbst wurde ich am nächsten morgen sehr positiv überrascht. Eine wunderschöne Altstadt, tolle gemütliche Cafés (mit gutem Kaffee und Kanelbullar) und insgesamt eine angenehme Atmosphäre.



Von Stockholm
Vielleicht ist unsere Euphorie aber auch darauf zurückzuführen gewesen, dass wir nach 2 Wochen dauerbedecktem Himmel mal wieder die Sonne zu Gesicht bekommen haben.
Für alle die noch nicht in Stockholm gewesen sind: es ist definitiv eine Reise wert.... ich werde auf jeden Fall noch mal hinfahren, dann allerdings mit mehr Zeit im Gepäck!


Von Stockholm




Von Stockholm
Die Rückfahrt bedarf eigentlich keiner besonderen Beschreibung. Wenn gewünscht kopiere man sich einfach den vorletzten Absatz noch mal hierhin.

Gestern hat der Pädiatrie Kurs angefangen und wir waren dann doch alle ein bisschen von dem recht vollen Stundenplan verblüfft. Aber die ersten Kurse gestern und heute waren dann doch schon sehr lehrreich und ich denke, dass ich sehr viel lernen werde, obwohl ich Pädiatrie ja schon in Deutschland gemacht habe.

Im Rahmen des in Finnland angelaufenen Strategieplans zur Verhinderung der Ausbreitung der neuen Influenza ("Schweinegrippe") wurde ich heute als Medizinstudent im Rahmen der ersten Impfrunde in der Kinderklinik geimpft. Ich warte also gerade auf Kopf- und Muskelschmerzen und Krankheitsgefühl, dies hat man uns nämlich gleich mit der Impfung versprochen. Aber das hört sich auf jeden Fall besser an, als ne Woche lang richtig krank im Bett zu liegen.

Zu guter letzt ist meine Aufmerksamkeit schon weitgehend auf meinen Flug nach Frankfurt am Freitag gerichtet, bzw. mehr auf das damit verbundene Wochenende in Gießen und Wernswig (Fachschaftsfahrt), bzw. noch mehr auf ein paar schöne Tage mit Manka.


Achja, zwar von letzter Woche, aber ganz vergessen: in der Staatsoper Helsinki war ich zum ersten Mal. Schwanensee, also Ballett. Auch zum ersten Mal. Hat mir sehr gut gefallen! Wir hatten Top-Plätze in der vierten Reihe (für Studenten hauen die die übriggebliebenen Tickets immer am Tag der Vorstellung für 12 € raus) und einen schönen kulturell abwechslungsreichen Abend.